Eine Besucherin schnallt sich im Fan-Village der Biathlon-WM auf ein Trainingsgerät und fliegt durch eine Bergwelt, die sie noch nie betreten hat. Genau da beginnt die Reise heute, lange bevor der Gast ankommt.

Lenzerheide zeigt, wie Destinationen sich heute nicht mehr nur erklären, sondern fühlen lassen. Zwei Beispiele zeigen das besonders klar: eine Bergwelt in Graubünden und ein Flugtheater, das denselben Namen trägt wie ein Avocado360-Format.

An der Biathlon-Weltmeisterschaft 2025 erlebten Gäste im Fan-Village mit VR und dem Balance-Gerät ICAROS die Bergwelt körperlich, noch bevor sie einen Ski angeschnallt hatten.
Die Umsetzung entstand in Zusammenarbeit mit der Lenzerheide Marketing und Support AG und wurde direkt vor Ort live dokumentiert, seither vielfach auf LinkedIn geteilt. Im offiziellen Projekteintrag beschreibt Avocado360 das Ziel so: Gäste sollen die Destination in Sekunden spüren, nicht erst nach einer langen Erklärung, das Bild trägt sich selbst.
Entstanden ist ein einziges 360°-Video in 8K bei 60fps, gleichzeitig ausgespielt als VR-Brillen-Erlebnis am Event, als 2D-Fassung in 4K für Bildschirme und als Ausschnitte für Social Media, ein Asset für drei Verwendungen. Für Besucherinnen und Besucher wurde die Destination so nicht erklärt, sondern in wenigen Minuten körperlich erfahrbar: Balance, Tempo und Weite einer Bergwelt, die viele vorher nur von Prospekten kannten.
Die Region führt das Erlebnis mittlerweile selbst auf ihrer offiziellen Destinationsseite unter «Wissenswertes», ein Beleg dafür, dass es über den Event hinaus als festes Element wahrgenommen wird.
Nebenbei: dasselbe Filmmaterial liesse sich auch als Fulldome-Fassung zeigen, ein Cross-Format-Hinweis für die Dome-Story im gleichen Magazin.
Was Avocado360 als Aerial-Format „Flying Over“ nennt, hat andernorts eine ganze Attraktion hervorgebracht. Video ansehen
FlyOver Iceland lässt Gäste auf Sesseln mit hängenden Beinen vor eine 20 Meter grosse, gewölbte Leinwand schweben und mit Wind, Nebel und Duft über Gletscher, Vulkane und Fjorde fliegen. Der eigentliche Flug dauert 8,5 Minuten, das gesamte Erlebnis inklusive zweier Vorprogramme und Sicherheitsbriefing rund 35 Minuten, wie der Betreiber selbst beschreibt.
Für die beiden Vorprogramme reiste das Studio Moment Factory aus Montreal eigens nach Island, sammelte in einer rund achtwöchigen Konzeptphase Geschichten, Licht- und Klangideen direkt vor Ort und übersetzte sie in die Räume vor dem eigentlichen Flug, in Zusammenarbeit mit der isländischen Kreativdirektion des Betreibers. Dasselbe Studio hatte zuvor bereits das Vorprogramm für FlyOver Canada in Vancouver gestaltet, mehr dazu in ihrer eigenen Story.
Seit der Eröffnung 2019 im Hafenviertel Grandi in Reykjavík ist das Prinzip auf weitere Standorte übertragen worden, unter anderem nach Chicago und Las Vegas, mit zusammen über 9 Millionen Gästen bis heute, ein wiederholbares Format statt eines Einzelfalls.
Im Juli 2026 hat der taiwanesische Flugtheater-Hersteller Brogent Technologies FlyOver für rund 78 Millionen US-Dollar vom bisherigen Betreiber Pursuit übernommen, verbunden mit dem erklärten Ziel, gezielt in neue Märkte zu expandieren. Als erster neuer Standort ist bereits ein Flugtheater in Itu bei São Paulo angekündigt, im grössten Themenpark Lateinamerikas, ein Beleg dafür, wohin sich ein Format wie „Flying Over“ entwickeln könnte.
VisitLex bespielt Fachmesse-Stände mit Duftstationen statt VR-Brillen, immersiv geht auch ohne Headset.
Cedar Park und Visit Austin lassen Kongressplaner ganze Städte per 360°-Tour vorab begehen, Freizeit- und Geschäftstourismus über dieselbe Infrastruktur.
Schweiz Tourismus zeigt die Grand Tour of Switzerland per VR-Brille gezielt am wichtigsten B2B-Branchentreffen, dem Switzerland Travel Mart.
In Beijing, Shanghai und Chengdu boomen VR-Erlebniszentren, allein eine Pyramiden-Tour zählte über 300’000 Besucher.
Eine VR-Tour zu einer Handwerkswerkstatt führte innert elf Tagen zu vier realen Besuchen und einem Kauf, klein, aber bewiesen.
Ein Wyndham-Hotel setzt seit Juni 2025 als erstes Haus der Stadt Meta Quest 3S für virtuelle Zimmerbesichtigungen ein.
Nicht die Technik macht den Unterschied, sondern der Moment, in dem jemand eine Destination zum ersten Mal fühlt statt nur ansieht.
Auswahl der wichtigsten Quellen dieser Story, direkt verlinkt.
Einmal im Monat: eine grosse Geschichte, drei neue Perspektiven und ein Blick hinter unsere Produktionen. Sorgfältig ausgewählt, ruhig erzählt und ohne News-Rauschen.
Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung. Abmeldung jederzeit möglich.
Einmal im Monat: neue Geschichten aus der Welt immersiver Medien, direkt in Ihr Postfach.